Der deutsche Architekt Frei Otto ist tot

Der Erbauer des Münchener Olympiastadions ist im Alter von 89 Jahren gestorben. Frei Otto wurde posthum mit dem Pritzker Preis für Architektur ausgezeichnet.

Erfuhr noch vor seinem Tot von der Auszeichnung: Frei Otto vor dem Münchener Olympiastadion. (Archivbild)

Erfuhr noch vor seinem Tot von der Auszeichnung: Frei Otto vor dem Münchener Olympiastadion. (Archivbild) Bild: Keystone

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Der deutsche Stararchitekt Frei Otto ist tot. Das teilte am Dienstag die Jury des renommierten Pritzker-Preises für Architektur mit, die die Auszeichnung in diesem Jahr posthum an Otto verlieh. Der 89-jährige Architekt, der mit der zeltartigen Dachkonstruktion des Münchener Olympiastadions zu Weltruhm gelangte, starb den Angaben zufolge am Montag in Deutschland.

Otto ist der 40. Träger des Pritzker-Preises und erst der zweite Deutsche überhaupt, der die begehrte Auszeichnung erhält. Die Jury würdigte ihn als «Architekten, Visionär, Utopisten». Sie zog die Bekanntgabe ihrer Entscheidung wegen des Todes von Otto um zwei Wochen vor. Die Nachricht vom Ableben des Architekten sei «sehr traurig», so etwas habe es in der Geschichte des Preises noch nie gegeben, erklärte die Jury.

Doch sei Otto die Auszeichnung noch zu Lebzeiten zuerkannt worden, hiess es weiter. Den Angaben zufolge besuchten Vertreter des Preiskomitees den betagten Architekten zu Hause in Warmbronn nahe Stuttgart, um ihm die Nachricht persönlich zu überbringen. Otto habe sich sehr gefreut und sich bedankt.

Weiter habe er erklärt, als Architekt habe er stets neue Gebäudearten entwerfen wollen, um armen Menschen vor allem nach Naturkatastrophen und anderen Katastrophen zu helfen. Er wolle die Zeit, die ihm noch bleibe, nutzen, um das zu tun, was er immer getan habe: der Menschheit zu helfen, wurde Otto zitiert.

Otto entwickelte zusammen mit Günther Behnisch die Dachkonstruktion des Münchner Olympiastadions für die Spiele 1972. Der Architekt von Weltrenommée gestaltete zahlreiche Gebäude im In- und Ausland, unter anderem wirkte er am japanischen Pavillon für die Expo 2000 in Hannover mit.

Der Pritzker-Preis hat den Rang eines Nobelpreises der Architektur erlangt. Zusätzlich zu einer Bronzemedaille erhalten die Gewinner ein Preisgeld von 100'000 Dollar. Die diesjährige Zeremonie soll am 15. Mai in Miami stattfinden. (chk/AFP)

Erstellt: 11.03.2015, 03:12 Uhr

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