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Die Wunderbauten von Japan

Die spinnen die Japaner, mögen vor rund 50 Jahren viele gedacht haben, als japanische Architekten ihre Zukunftsvisionen präsentierten. Ein Buch hat sich auf die Spuren der gewagten Nachkriegsarchitektur gemacht.

Für jede Wohnung ein eigenes Gärtchen. Die Idee des Architekten Kiyonori Kikutake stammt aus dem Jahr 1972.
Für jede Wohnung ein eigenes Gärtchen. Die Idee des Architekten Kiyonori Kikutake stammt aus dem Jahr 1972.
Kiyonori Kikutake
Wie Lego-Häuser in der Form von Tannen: Kiyonori Kikutakes «Tree-shaped Community», 1968.
Wie Lego-Häuser in der Form von Tannen: Kiyonori Kikutakes «Tree-shaped Community», 1968.
Kiyonori Kikutake
Würde als Haus für Ausserirdische durchgehen: Kenji Ekuans Tortoise House, 1964.
Würde als Haus für Ausserirdische durchgehen: Kenji Ekuans Tortoise House, 1964.
Kenji Ekuan
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In ihrer Heimat Japan wurden sie in den Sechzigerjahren gefeiert wie Popstars: japanische Architekten. Sie lehnten sich gegen die Trostlosigkeit der Zerstörung auf, die der Zweite Weltkrieg und die Atombomben in ihrem Land zurückgelassen hatten. Sie überflügelten sich gegenseitig mit inspirierenden Plänen und beinahe wahnwitzigen Visionen, mit denen sie eine völlig neue Architektur hervorbrachten. Wenn man sich die Modelle heute anschaut, reibt man sich erst einmal die Augen, so unwirklich wirken sie.

Schwimmende Städte und Raumstationen

1960 schlossen sich die führenden Köpfe der Architektur an der World Design Conference in Tokio zur sogenannten Metabolismus-Bewegung zusammen. Diese setzte sich zum Ziel, die Städte der Zukunft zu planen, in denen alles flexibel sein musste, damit es sich den sich ständig ändernden Bedürfnissen der Bewohner anpassen konnte. Dazu gehören schwimmende Städte im Pazifik, Turmstädte, Raumstationen, Wüstenstädte. Einige der Visionen wurden tatsächlich realisiert (siehe obige Bildstrecke).

Der Architekt Rem Koolhaas und der Kurator Hans Ulrich Obrist haben sich für ihr Buch «Project Japan, Metabolism» auf die Spuren der japanischen Nachkriegsarchitektur gemacht und Hunderte von unbekannten Bildern aufgespürt: Masterpläne, private Schnappschüsse der Metabolismen, Zeitungsschnipsel oder Architekturmodelle, die anmuten wie das Set eines Science-Fiction-Films. Auch konnten sie ausführlich mit einigen der damaligen Mitglieder der Metabolismus-Bewegung sprechen und Fotos aus ihrem Privatarchiv abdrucken, was das über 700-seitigen Werk zu einer bunten Mischung macht, die sowohl sehens- als auch lesenswert ist.

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