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Durch diese Tür ging Karl der Grosse

Vor 1200 Jahren starb der «Einiger Europas». In Aachen hat man eine Tür entdeckt, die ihm täglich den Weg in die Kirche öffnete.

Grosse Tür für einen grossen Mann: Der Aachener Dombaumeister Helmut Maintz zeigt die wiederentdeckte Antiquität.
Grosse Tür für einen grossen Mann: Der Aachener Dombaumeister Helmut Maintz zeigt die wiederentdeckte Antiquität.
dpa

Eine Tür sorgt für Aufsehen in Aachen. Sie ist unansehnlich, fast schäbig, und führte deshalb ein unbeachtetes Dasein in einem Lager. Jetzt wird sie ans Licht geholt und zu den Jubiläumsfeierlichkeiten rund um den 1200. Todestag Karls des Grossen einige Tage in der Schatzkammer ausgestellt. Die Tür lag auf dem Weg Karls von der Königshalle bis in das zentrale Oktogon, wo sein Thron stand. 1912 war sie abmontiert und ins Lager verbracht worden.

Der Aachener Dombaumeister Helmut Maintz hatte das Institut für Ur- und Frühgeschichte der Universität Köln um ein dendrologisches Gutachten gebeten. Es hat bestätigt, dass das Holz der Tür aus der Zeit Karls des Grossen stammt. Die Tür ist 1,92 Meter hoch und 1,06 Meter breit. Ihre Balken waren mit Holzdübeln verbunden und oben und unten mit Eisenbeschlägen verstärkt. Kaiser Karl war für seine Epoche ein ungewöhnlich hoch gewachsener Mann. Maintz ist sich sicher: «Durch diese Tür ist er täglich in seine Kirche gegangen, sie hat er in der Hand gehabt.»

Karl der Grosse, der zum ersten Mal nach dem Untergang des Römischen Imperiums ein halb Europa umfassendes Reich schuf, wollte in Aachen ein «neues Rom» schaffen und liess zu seinem Regierungssitz eine Kirche bauen, deren Oktogon heute noch den zentralen Bestandteil des Aachener Doms bildet. Er starb am 28. Januar 814, seine Gebeine sind im Dom aufgebahrt. Auch sie werden wissenschaftlich untersucht, die Ergebnisse sollen demnächst vorgestellt werden.

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