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Hans Hollein gestorben

Der österreichische Architekt Hans Hollein ist tot. Der Visionär plante Museen, Konzerthallen und Kulturzentren von Europa bis China, von Japan über die USA bis nach Saudiarabien.

Hollein starb am Donnerstag nach längerer schwerer Krankheit in Wien, wie eine Sprecherin der Familie mitteilte. Er wurde 80 Jahre alt. Ende März hatte er wegen einer Lungenentzündung bereits nicht mehr an Feierlichkeiten zu seinem runden Geburtstag teilnehmen können.

Österreichs Kulturminister Josef Ostermayer würdigte ihn in einer ersten Reaktion als «meisterhaften Architekten, inspirierenden Lehrer, Visionär und Vordenker». Hollein habe die Architektur des Städtebaus «wesentlich geprägt» und es mit seiner Tätigkeit verstanden, «der Moderne einen zeitgenössischen Ausdruck zu geben».

1985 hatte Hollein den Pritzker-Preis erhalten, die weltweit höchste Auszeichnung für Architekten. Als Baumeister hat er unter seinem Motto «Alles ist Architektur» international Akzente gesetzt. Hollein, am 30. März 1934 in Wien geboren, hatte in den USA studiert und 1964 sein Architekturbüro eröffnet. Es war der Start für eine weltweite Karriere als «Universalkünstler».

Hollein war Designer, Ausstellungsgestalter, Bühnenbildner und hat als Architekt zahlreiche markante Gebäude erstellt. Am Anfang standen visionäre Architekturzeichnungen, Modelle und Collagen, in denen Raum, Baukörper, Stadt und Kommunikation neu gedacht wurden.

Haas-Haus am Stephansplatz

Der Visionär plante Museen, Konzerthallen und Kulturzentren von Europa bis China, von Japan über die USA bis nach Saudiarabien. In Teheran baute er 1977 das Museum für Glas und Keramik. Sein erstes Wiener Prestigeprojekt führte ihn mit dem als Konsumtempel der Postmoderne ausgeführten Haas-Haus (1985-1990) gleich in das Herz der Stadt, auf den Stephansplatz.

Spektakuläre Wettbewerbsentwürfe für Bauten wie das Guggenheim Museum im Salzburger Mönchsberg oder Bauten wie das Museum Abteiberg in Mönchengladbach mehrten Holleins Ruhm seit den 1980er Jahren weiter. Das Vulkanmuseum «Vulcania» im französischen Clermont-Ferrand baute er 2002 in den Berg hinein.

Bankzentrale auch in Vaduz

In den vergangenen Jahrzehnten entwarf Hollein Bankzentralen in Spanien, Liechtenstein und Peru sowie Hochhäuser in Taiwan. Aktuell in Bau befindet sich ein 200 Meter hohes Bürohochhaus in Shenzhen.

Fasziniert war Hollein sein Leben lang vom Thema Kommunikation. So entwarf er 1969 ein «aufblasbares Büro» aus Kunststoff, in dem er sich mit Telefon und Reissbrett abbilden liess. Als Designer hat er Möbel und Türklinken ebenso entworfen wie Konzertflügel, er war als Ausstellungsgestalter und Bühnenbildner tätig.

Stolz war Hans Hollein nicht nur auf seine Bauten, sondern auch auf seine Kinder: Sohn Max ist Museumsdirektor in Frankfurt und immer wieder für weitere hochkarätige Posten der Kunstszene im Gespräch, Tochter Lilli ist Mitbegründerin und Leiterin der Vienna Design Week.

SDA/phz

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