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Die Zeit der Unscheinbarkeit ist vorbei

Im Pariser Vorort Créteil wurde eine Kathedrale errichtet. Deren Botschaft ist unmissverständlich: Die katholische Kirche will wieder gesehen werden.

Ästhetische Kargheit und klösterliche Strenge: Die Notre-Dame-de-Créteil zieht Architekturinteressierte an. Foto: Hervé Hughes (AFP)
Ästhetische Kargheit und klösterliche Strenge: Die Notre-Dame-de-Créteil zieht Architekturinteressierte an. Foto: Hervé Hughes (AFP)

Wie sieht sie wohl von oben aus, Frankreichs erste Kathedrale des 21. Jahrhunderts? Aus menschlicher ­Perspektive wirkt sie verblüffend. Wie ein grosser, umgekehrter Schiffsrumpf liegt sie im Betonmeer zwischen Hoch­häusern und Wohnblöcken aus den 60er- und 70er-Jahren, Mitten in Créteil, einem eher monotonen Vorort im Osten von Paris. Man könnte den Bau auch für einen enormen Rugbyball halten. Beim genauen Hinsehen erkennt man einen hölzernen Doppelrumpf, zwei einzelne Hälften also, deren Streben ineinandergreifen wie die Finger zwei betender Hände.

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