ICF verhindert Fotobuch

Mitglieder der Freikirche haben gegen die Veröffentlichung von «In Jesus' Name» des Genfer Fotografen Christian Lutz ein Verbot erwirkt. Das Musée de l'Elysée will die Bilder im Juni trotzdem zeigen.

Will seine Bilder zeigen: Fotograf Christian Lutz.

Will seine Bilder zeigen: Fotograf Christian Lutz. Bild: Christian Brun/Keystone

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Gegen die Veröffentlichung des Buches «In Jesus' Name» des Genfer Fotografen Christian Lutz wurde zehn Tage nach Erscheinen im November ein vorläufiges Verbot erwirkt, nachdem 21 Mitglieder der evangelikalen Freikirche «International Christian Fellowship» (ICF) wegen des Rechtes am Bild Klage eingereicht hatten.

Ein Zürcher Gericht habe die provisorischen Massnahmen am 24. Januar bestätigt, sagte Lutz am Donnerstag vor den Medien in Lausanne. Die Medienkonferenz fand im Musée de l'Elysée statt, welches den bekannten Fotograf verteidigt und seine Fotos – auch die umstrittenen Bilder – im Juni ausstellen will.

Das Buch «In Jesus' Name» bildet den dritten Teil einer Trilogie über Macht, die Lutz 2003 begonnen hatte. Der Fotograf betonte, alle berufsethischen Regeln eingehalten zu haben.

Freikirche erlaubte Aufnahmen

Für sein Projekt erhielt Lutz nach eigenen Angaben von den Verantwortlichen des ICF grünes Licht. Während eines Jahres, als er an den Aktivitäten der Freikirche teilnahm, habe er jedes Mal sein Projekt klar vorgestellt.

Für das Musée de l'Elysée geht es bei der Verteidigung um einen grundsätzlichen Kampf für die künstlerische Freiheit. Zur Unterstützung des Fotografen wurde ein Komitee mit zahlreichen bekannten Persönlichkeiten gegründet.

Zum Komitee gehört auch Alt-Bundesrat Couchepin, der beim ersten Teil der Trilogie zum Thema politische Macht «Protokoll» teilgenommen hatte. Christian Lutz gewann 2011 den Hauptpreis des Wettbewerbs «Swiss Press Photo» für eine Serie über Geschäfte mit Erdöl in Nigeria. (lmm/sda)

Erstellt: 07.02.2013, 15:39 Uhr

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