«Schlicht, klassisch, aber doch modern»

An der renommierten Grafik-Fachschule Cooper Union in New York ist am Dienstagabend die Ausstellung «Types We Can Make» über Schweizer Schriftarten eröffnet worden.

Mehr als Helvetica: Ausstellung über Schweizer Typografie in New York.

Mehr als Helvetica: Ausstellung über Schweizer Typografie in New York. Bild: Cooper Union

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Sie zeigt eine weitgreifende Auswahl neuer Schriften, die in der Schweiz entworfen wurden und nun weltweit Beachtung finden. Kuratiert wurde die Schau von einem der bedeutendsten heutigen Schweizer Schriftdesigner, François Rappo, in Zusammenarbeit mit Studenten der Kantonalen Hochschule für Grafik in Lausanne (Ecal).

Zehn Studenten der Schule, die mit der Cooper Union zusammenarbeitet, durchforschen unter Rappos Leitung in dieser Woche zudem das Archiv des bekannten amerikanischen Schriftdesigners Herb Lubalin.

Optische Wirksamkeit

«Ziel der Ausstellung ist es, den Besuchern Schriftsätze nahezubringen, die den für Schweizer Design massgebenden Ansätzen folgen: hohe optische Wirksamkeit, Schlichtheit, klassisch, aber doch modern», sagte Rappo der Nachrichtenagentur SDA anlässlich der Ausstellungseröffnung in der Galerie der Cooper Union.

Dass Jahr für Jahr Hunderte von neuen Schriften entwickelt werden, mag den Laien erstaunen. Rappo, der für berühmte Zeitschriften wie «Vogue» oder das «New York Times Magazine» Schriftsätze entworfen hat, vergleicht das Schriftdesign aber mit der Mode: «Es gibt Tausende von Kleidungsdesignern und dennoch kommen immer neue dazu.»

Schrift ist nicht Druck

Das Internet bedroht wohl das gedruckte Wort, nicht aber die Schrift, in der es gesetzt wird. Das digitale Netz biete dem Schriftdesigner billige Werkzeuge und raffinierte Möglichkeiten, die Entwicklung der Schrift weiter voranzutreiben. «Die Schrift hat nichts mehr zu tun mit dem Druck», sagte Rappo.

Der Schweizer Generalkonsul in New York, Botschafter François Barras, wies auf die Bedeutung der höchst gebräuchlichen Schrift Helvetica hin. «Sie wirbt für die Schweiz wie kaum ein anderer Exportartikel, jeder kennt sie», sagte Barras.

Es sei deshalb angebracht, dem New Yorker Publikum neue Schweizer Schriftsätze vorzustellen. Dass ein junges Publikum in grosser Zahl erschien, wertete Barras als Zeichen dafür, dass man mit der Schau den richtigen Nerv getroffen habe. Die Ausstellung dauert bis zum 17. November. (sda)

Erstellt: 24.10.2012, 08:44 Uhr

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