Paulo Coelho wird 65

Zu seinen Fans zählt Ex-US-Präsident Bill Clinton ebenso wie Popsängerin Madonna oder die französische Schauspielerin Isabelle Adjani. Der brasilianische Bestsellerautor Paulo Coelho feiert heute seinen Geburtstag.

Teilt seine Visionen mit der Welt: Schriftsteller Paulo Coelho.

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Paulo Coelho hat ein wechselhaftes Leben hinter sich: Er zog einige Jahre als Hippie über Land, experimentierte mit Drogen, schrieb Songtexte, sass in der Psychiatrie und im Gefängnis und avancierte schliesslich zum Bestsellerautor.

Zurück zum Katholizismus

Geboren wurde Coelho am 24. August 1947 in Rio de Janeiro. Weil er Künstler werden wollte und gegen seine streng katholische Familie rebellierte, liess diese ihn mehrfach in die Psychiatrie einweisen. Später begann er ein Jurastudium, das er vorzeitig abbrach, um sich einer Theatergruppe anzuschliessen und mit ihr zwei Jahre durch Südamerika, Europa und Nordafrika zu reisen. Wieder in Brasilien, schrieb er eigene Theaterstücke und hatte erste Erfolge als Verfasser kritischer Liedtexte.

Allerdings zog er sich damit das Misstrauen der damaligen Militärmachthaber zu, die ihn für kurze Zeit inhaftieren liessen. Nach eigenen Angaben wurde er auch gefoltert. Er kam wieder frei, weil er sich als verrückt ausgegeben hatte und auf seine früheren Aufenthalte in der Psychiatrie verweisen konnte. Bei einer Europareise Ende der 1980er Jahre hatte er nach seinen Worten eine Vision, die ihm einen Mann erscheinen liess. Dieser Mann, so schildert er, bewog ihn, sich mit dem Katholizismus zu beschäftigen. Daraufhin absolvierte er fünf Jahre lang eine Art Ausbildung in einem alten katholischen Orden in Spanien, deren Abschluss eine Pilgerreise auf dem Jakobsweg war.

135 Millionen verkaufte Bücher

Seit 1986 bezeichnet sich Coelho als Schriftsteller. Schon sein zweiter Roman «O Alquimista» (Der Alchemist, 1988) wurde auf Anhieb ein Bestseller. Die Verkaufsauflage liegt in zweistelliger Millionenhöhe. Nach diesem Erfolg schrieb er weitere Weltbestseller: «Veronika decide morrer» (Veronika beschliesst zu sterben, 1998), «Onze Minutos» (Elf Minuten, 2003) oder «A bruxa de Portobello» (Die Hexe von Portobello, 2006).

Seine rund 25 Bücher wurden nach Angaben des Zürcher Diogenes Verlags, der die deutschen Übersetzungen herausbringt, in 73 Sprachen übersetzt und erreichten bisher eine Gesamtauflage von mehr als 135 Millionen Exemplaren.

Der Autor, der mit seiner zweiten Frau Christina überwiegend in Rio de Janeiro und in Genf lebt, überstand kürzlich eine schwere Herzerkrankung. Er musste operiert werden. Vor dem Eingriff sei er ganz ruhig gewesen, sagte er Anfang des Jahres der Illustrierten «Bunte». Er habe gedacht: «Du hast dein Leben in vollen Zügen gelebt. Wenn du stirbst, dann ist deine Zeit gekommen.» (lmm/sda)

Erstellt: 24.08.2012, 16:53 Uhr

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