Scharfer Blick auf fremde Welten

«Where is Japan» heisst das neue Buch des Fotografen Andri Pol.

Auch harte Kerle legen Wert auf ein gepflegtes Aussehen: Sumo-Ringer werden vor dem Kampf frisiert.

Auch harte Kerle legen Wert auf ein gepflegtes Aussehen: Sumo-Ringer werden vor dem Kampf frisiert. Bild: Andri Pol (aus dem Bildband)

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Gut 16 Jahre nach dem Aufblitzen einer Idee hat Andri Pol am Donnerstagabend im Papiersaal von Sihl-City in Zürich sein Japan-Buch vorgestellt. Es ist charakteristisch für ihn, den beharrlichen Fotografen, dass er so lange an einem Vorhaben arbeitet. «Where is Japan» lautet der Titel des Buches. «Why Japan?», möchte man zurückfragen. Die Antwort: «Weil ich herausfinden wollte, was das für eine Welt ist.»

Wuchtig und unvermittelt

Die Faszination hielt ihn im Bann seit 1994, als er mit seiner Frau erstmals nach Japan reiste. «Man taucht in eine Welt ein, man sieht viele Bilder, viel Fremdes, viel Nähe», erzählt er, «und hat dabei so wenige Anhaltspunkte.» Das Wechselspiel von Klischee und Wirklichkeit führt den Betrachter auf eine Japan-Reise fast ohne Worte. Die Kraft der Bilder wirkt wuchtig und unvermittelt – so, wie man es eben erfährt in einem Land, dessen Sprache man nicht versteht und von dem man bloss Allgemeinplätze kennt. Zum Beispiel Sumo-Ringer. Pol zeigt die Kämpfer nicht in der Arena, sondern bei der Vorbereitung.

Die Landschaften sind keine Postkartenschönheiten, sondern vom täglichen Gebrauch belastet. «Wir haben Vorstellungen von Japan, die sogar die Japaner von ihrem Land haben», sagt Andri Pol. Und daneben stehe die Wirklichkeit, die weniger schön sei. «Ich bin immer wieder gefragt worden: ‹Warum fotografierst du das? Das ist doch nicht schön›.» Heute, nach mehr als zwanzig Japan-Reisen, «ist mir vieles nähergekommen, aber letztlich doch fremd geblieben».

Erstellt: 23.04.2010, 21:18 Uhr

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