US-Medien erhalten Pulitzer-Preise

Die «Tampa Bay Times» und die «Sarasota Herald-Tribune» gewinnen bei den Pulitzer-Vergaben den Preis für investigativen Journalismus.

Grosser Erfolg: Der vietnamesische Autor Viet Thanh Nguyen erhält für seinen Roman «The Sympathizer» einen der begehrten Pulitzer-Preise.

Grosser Erfolg: Der vietnamesische Autor Viet Thanh Nguyen erhält für seinen Roman «The Sympathizer» einen der begehrten Pulitzer-Preise. Bild: Keystone

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Die beiden US-Zeitungen erhielten den begehrten Pulitzer-Preis für ein Projekt über psychiatrische Kliniken. Die «Tampa Bay Times» wird zudem in der Kategorie Lokalberichterstattung für Artikel über die Auswirkungen einer Schulreform in Florida geehrt. Der vietnamesische Autor Viet Thanh Nguyen hat für seinen Spionage-Roman «The Sympathizer» die Auszeichung für Literatur erhalten. Er erzähle die verschachtelte Geschichte eines Mannes mit zwei Seelen in zwei Ländern, sagte Mike Pride, Verwalter der Pulitzer-Preise, bei Verkündung der Preisträger am Montag.

«The Sympathizer» handelt von einem vietnamesischen General im Vietnamkrieg, der mit seinen Landsleuten ein neues Leben in Los Angeles beginnt, während Saigon im Krieg versinkt. Doch der General steht heimlich in Kontakt mit einem ranghöheren Kommunisten und kehrt später in den Krieg zurück.

Projekt von vier Journalistinnen

Die Nachrichtenagentur AP hat für ihre umfangreiche Recherche über Sklavenarbeiter in der Fischerei in Südostasien ebenfalls einen Pulitzer-Preis gewonnen. An dem Projekt zu versklavten Fischereiarbeitern hatten die AP-Journalistinnen Margie Mason, Robin McDowell, Martha Mendoza und Esther Htsusan 18 Monate lang gearbeitet. Sie dokumentierten, wie Männer aus Burma und anderen Ländern auf einer Insel in Indonesien gefangen gehalten und wie Sklavenarbeiter auch bei der Verarbeitung von Shrimps eingesetzt werden. Die Veröffentlichung führte dazu, dass mehr als 2000 Arbeiter frei kamen. Die Reporterinnen gewannen den Pulitzer-Preis in der Kategorie Dienst an der Öffentlichkeit.

Eine beunruhigende Statistik

Die «Washington Post» wird in der Kategorie nationale Berichterstattung ausgezeichnet, und zwar für ihre Entwicklung und Nutzung einer Datenbank, die zeigt, wie oft und warum Polizisten in den USA tödliche Schüsse abgeben. Die Zeitung ermittelte, dass Polizisten im Dienst im vergangenen Jahr 990 Personen erschossen. Die Wahrscheinlichkeit, durch einen Polizisten zu Tode zu kommen, ist bei unbewaffneten dunkelhäutigen Männer sieben Mal höher als bei unbewaffneten Weissen.

Die «Los Angeles Times» gewann in der Kategorie Nachrichten für die Berichterstattung über denÜberfall zweier mutmasslicher IS-Extremisten auf eine Weihnachtsfeier in San Bernardino. Die «New York Times» wurde für ihre Artikel über afghanische Frauen und für Fotografien über Flüchtlinge ausgezeichnet. Auch der «Boston Globe» erhielt einen Foto-Preis. Die Plattform ProPublica und The Marshall Project bekommen den Preis für erklärenden Journalismus über ein Vergewaltigungsopfer.

Erstmals 1917 vergeben

Der Preis wurde vom Verleger Joseph Pulitzer gestiftet und erstmals 1917 vergeben. Ausgezeichnet werden nicht nur Journalisten, sondern auch Buch- und Theaterautoren und Komponisten. Die Preise feiern dieses Jahr ihr 100. Jubiläum.

So geht der Pulitzer-Preis für das beste Theaterstück in diesem Jahr an das Musical «Hamilton», die Hip-Hop-Biografie des Autors Lin-Manuel Miranda über den ersten US-Finanzminister Alexander Hamilton. Der 36-jährige Miranda schrieb sowohl den Text als auch die Musik – ein Mix aus Pop, Rap und R&B. «Hamilton» war am Off-Broadway auch beim Publikum ein Sensationserfolg.

Henry Threadgill gewann den Pulitzer für Musik für die Aufnahme «In for a Penny, In for a Pound», das die Jury als hochoriginelles Werk mit notierter und improvisierter Musik würdigte. (fal/sda)

Erstellt: 18.04.2016, 22:25 Uhr

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