«Vielleicht bin ich dann längst tot»

Der französische Autor Michel Houellebecq wird immer mal wieder als Literatur-Nobelpreisträger gehandelt. Er aber ist überzeugt: Frankreich kommt nun viele Jahre nicht zum Zug.

«Ich höre immer Nobelpreis, Nobelpreis»: Michel Houellebecq im November in Paris an einer Medienkonferenz.

«Ich höre immer Nobelpreis, Nobelpreis»: Michel Houellebecq im November in Paris an einer Medienkonferenz.

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Der französische Schriftsteller Michel Houellebecq («Elementarteilchen») sieht sich derzeit noch nicht als Anwärter für den Nobelpreis. «Ich höre immer Nobelpreis, Nobelpreis. Le Clézio hat ihn doch gerade erst erhalten. Da setzt jetzt Frankreich erst mal mindestens 15 Jahre aus», sagte Houellebecq, der für sein aktuelles Buch «Karte und Gebiet» in Frankreich mit dem Prix Goncourt ausgezeichnet wurde, der «Berliner Morgenpost». Er wisse nicht, was in 15 Jahren sein werde. «So weit kann und will ich gar nicht denken. Vielleicht bin ich dann längst tot», fügte der Schriftsteller hinzu.

Eine Zeitlimite, wie sie Houellebecq annimmt, gibt es beim Nobelpreis nicht. 1947-64 etwa gab es fünf französische Literatur-Nobelpreisträger im Abstand von drei bis fünf Jahren. Und zwischen den letzten beiden britischen Nobelpreisträgern, Harold Pinter und Doris Lessing, lagen sogar nur zwei Jahre.

Houellebecq, der in Irland und auf Lanzarote lebt, gilt in Frankreich derzeit als der meistgelesene aber auch umstrittenste Autor seiner Generation. (oku/sda)

Erstellt: 10.04.2011, 22:18 Uhr

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