«Vong der Niceigkeit nicht so goil»

Schüler rechnen auf Amazon mit der Weltliteratur ab. Dabei schonen sie niemanden. Weder Goethe noch Frisch und Dürrenmatt

Vor dem Weimarer Nationaltheater stehen sie auf einem Sockel, unter Schülern ist der links nicht so gut angesehen: Goethe und Schiller.

Vor dem Weimarer Nationaltheater stehen sie auf einem Sockel, unter Schülern ist der links nicht so gut angesehen: Goethe und Schiller. Bild: Andreas Praefcke/ Wikimedia

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Junge Menschen können knallhart sein – wenn es um Bücher geht, die sie im Deutschunterricht zu lesen haben. Das zeigt ein Blick in die Amazon-Rezensionen. Dort wird niemand geschont. Weder Goethe noch Gottfried Keller, weder Frisch noch Dürrenmatt. Wir präsentieren eine Auswahl der ungnädigsten Verrisse, die Schülerinnen und Schüler dort veröffentlicht haben – nach Möglichkeiten ohne Eingriffe in Sachen Kommas und sonstige Orthodo... Dings, Sie wissen schon.


Johann Wolfgang von Goethe

«Vong der niceigkeit nicht so goil. Voll komisch geschrieben und nicht so cool wie ich dachte.» Zu «Faust»

Es geht auch etwas drastischer:

«Es ist schon fraglich welche idioten meinen, dass man so ein Buch in der Schule lesen muss. Völlig realitätsferne handlung und zu 0,0 nützlich für irgendwelche zukünftigen Berufe etc. Um soetwas zu schreiben braucht man mindestens zwei promille, um es zu lesen wohl eher drei... Niemals kaufen!!!»

«Ich bin 19 und hab über 50 Bücher gelesen, darunter auch welche mit über 1000 Seiten (duchschnitt ca.600). Ich weis also gute von schlechten zu unterscheiden und mir war ensthaft schlecht beim lesen dieses Buches.» Zu «Die Leiden des jungen Werthers».

«dieses Buch ist echt eines der schlimmsten, die wir während unserer Schulzeit lesen mussten. Kommt wohl auch drauf an, welche Art von Buch man so mag. Dieses hier ist überwiegend in Briefform geschrieben.» Nochmals zum «Werther».


Friedrich Dürrenmatt

«Na ja, es ist nicht so mein Ding, da alles im Dialog geschrieben ist.» Zu «Die Physiker»

«Naja naja, also für die Leute, die es mögen, eine erfundene römische Hühner-Geschichte zu lesen, hmm, meins war es nicht!» Zu «Romulus der Grosse»


Max Frisch


«Schlechteste Klassenlektüre. Ich schwör auf alles. Wenn Sie als Lehrer denken, dass dieses Buch ihrer Klasse gefallen wird, dann liegen Sie falscher als falsch.» Zu Frischs «Homo faber».

«Entgegen meiner Erwartungen ging es nicht, wie der Titel denken lässt, um schwule Stifte. Ich bin persönlich sehr enttäuscht, so fehlgeleitet worden zu sein.» Der Klassenclown zu «Homo faber».


Gottfried Keller


«mein gott..... dieses ‹werk› ist einfach nur eine qual... endlos lange geschichte ohne auch nur einen funken spannung...bitte, verschont eure schüler mit diesem roman...bitte!!!» Zu «Der grüne Heinrich»

«Es ist nicht so meins und es ist kurz, aber trotzdem eine coole Geschichte! Empfehlen würde ich es Leuten, die auf Geschichten stehen, die älter sind.» Zu «Kleider machen Leute»


Samuel Beckett


«Überhaupt keine Handlung, sinnlose Dialoge, es passiert rein gar nichts! Bin absolut enttäuscht! Schade, dass dafür Bäume ihr Leben lassen mussten....» Zu «Warten auf Godot».

Erstellt: 06.09.2019, 19:07 Uhr

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