Zweisprachigkeit: Beide Formen haben Platz

Professor von Matt hat recht, wenn er sagt, dass unsere Muttersprache das Deutsche ist in zwei Gestalten.

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Oder wie es der Schriftsteller Hugo Loetscher schön gesagt hat: «Wir sind zweisprachig innerhalb der einen Sprache.» Aber wir sollten keinesfalls eine Form gegenüber der anderen ausspielen. Die Dialekte und das Hochdeutsche mit seinen schweizerischen Eigenheiten, den Helvetismen, sind gleichwertige Formen unserer Muttersprache und haben beide ihren berechtigten Platz. Mit der Einführung des Hochdeutschen als Unterrichtssprache in der Primarschule und teilweise im Kindergarten sind wir auf gutem Weg, damit unsere Jungen das Hochdeutsche immer weniger als Fremdsprache empfinden. Noch in den Achtzigerjahren gab es Lehrerseminare, in denen Deutschdidaktik in Dialekt unterrichtet wurde.

Zu unserer Kommunikation mit den deutschen Einwanderern: Es gibt Deutsche, die uns Schweizer nach dem ersten Satz in schweizerischem Hochdeutsch höflich darauf hinweisen, dass sie schon Schweizerdeutsch verstünden und wir durchaus Dialekt sprechen könnten. Kann es sein, dass die deutschen Zuwanderer sich vielleicht gar willkommener und eher dazugehörig fühlen, wenn wir sie auf Schweizerdeutsch ansprechen? Auf eines müssen wir aber achten: Die schweizerischen Besonderheiten unseres Hochdeutschen – also Morgenessen für Frühstück oder Trottoir für Bürgersteig – dürfen mit der Zuwanderung nicht verloren gehen. Das wäre ein Verlust an sprachlicher Identität.

Johannes Wyss ist Präsident des Schweizerischen Vereins für die deutsche Sprache. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 19.10.2010, 08:27 Uhr

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