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Alles stinkt, nur einer duftet

Ein Roman wie eine Sturzgeburt: In Katja Kettus «Wildauge» lässt sich eine Hebamme mit einem deutschen SS-Offizier ein und gerät in einen Taumel der Brutalität.

Worterfinderin, Trickfilmerin, Punksängerin: Katja Kettu. Foto: Ofer Amir (Galiani)
Worterfinderin, Trickfilmerin, Punksängerin: Katja Kettu. Foto: Ofer Amir (Galiani)

Die Waffenbrüderschaft mit Nazideutschland im Zweiten Weltkrieg war bis vor kurzem noch ein Tabuthema der finnischen Literatur. Man liess sich nicht gern daran erinnern, dass finnische Soldaten von 1941 bis 1944 an der Seite von Hitlers Wehrmacht gegen die russischen Angreifer kämpften, ganz zu schweigen von den noch dunkleren Seiten dieses Teufelspakts, etwa der Misshandlung der Kriegsgefangenen und «Nazihuren», die sich mit den Besatzern eingelassen hatten. Erst die Enkelgeneration beginnt das Schweigen zu brechen. Allein in den vergangenen drei Jahren erschienen vier Romane junger finnischer Autorinnen, die sich mit dem heiklen Thema befassen. Der erste und spektakulärste war Katja Kettus in 13 Sprachen übersetzter Bestseller «Wildauge».

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