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Trauma Auschwitz

Der «Roman eines Schicksallosen» über den Alltag im KZ war Imre Kertészs Lebensbuch. Nun ist der Nobelpreisträger 86-jährig gestorben.

Seine schwarze Weltsicht hellte sich zunehmend auf, die Texte wurden offener: Imre Kertész. Foto: Keystone
Seine schwarze Weltsicht hellte sich zunehmend auf, die Texte wurden offener: Imre Kertész. Foto: Keystone

Kein eigenes Schicksal zu haben, nur ein fremdes, ideologisch aufgezwungenes: Das war für Imre Kertész die Tragödie des 20. Jahrhunderts und die eigene. Sein Haupt- und Lebensbuch, der autobiografisch getönte Bericht eines 15-jährigen KZ-Überlebenden, heisst «Roman eines Schicksallosen», und im Grunde hat Kertész nur diesen einen Roman geschrieben. Alle anderen, von «Fiasko» bis «Kaddisch für ein nicht geborenes Kind», sind nur die düsteren, kafkaesk verschachtelten Seitenflügel seines Auschwitz-Zentralgemäldes.

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