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Autonom bleiben bis zum Ende

Seit seiner Tumordiagnose schrieb der deutsche Autor Wolfgang Herrndorf einen viel gelesenen Blog. Wenige Monate nach seinem Tod liegt «Arbeit und Struktur» als Buch vor.

«... und es ist in meiner Hand»: Wolfgang Herrndorf.
«... und es ist in meiner Hand»: Wolfgang Herrndorf.
Isolde Ohlbaum (Laif)

Die Diagnose bekommen wir mit der Geburt: dass wir sterben müssen, irgendwann. Wolfgang Herrndorf bekam sie präziser. Das Glioblastom, ein besonders bösartiger Gehirntumor, der bei ihm festgestellt wurde, lässt dem Befallenen nur noch wenig Lebenszeit. Wie viel genau, ist eine Frage, die ihn verständlicherweise sehr beschäftigt. Er googelt herum, konsultiert alle verfügbaren Studien, aber die bieten immer nur eins: Statistik. Ein Jahr nach der Diagnose sind soundso viele Patienten tot, bei Chemo und Bestrahlungen nur soundso viele, nach fünf Jahren 100 Prozent. Herrndorf – aber das wusste er nicht – blieben noch dreieinhalb Jahre.

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