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«Ein Befingern des Geistes»

Alexander Wendt hat ein Buch über die Kulturgeschichte der Drogen geschrieben. Er sieht die Prohibitions-Ära am Ende. Auch wegen der älteren Generation.

In Teilen der Welt ist Cannabis legal: Hochprofessionelle Marihuana-Plantage in Secaucus, New Jersey. Foto: Redux, Laif
In Teilen der Welt ist Cannabis legal: Hochprofessionelle Marihuana-Plantage in Secaucus, New Jersey. Foto: Redux, Laif

Herr Wendt, warum berauschen sich Menschen?

Meine These ist, dass Substanzen und Gehirn wie Schlüssel und Schloss funktionieren. Unser Gehirn ist auf Beeinflussbarkeit angelegt. Substanzen dienen uns immer dazu, die Grenzen des Normalzustands zu überschreiten. Vor kurzem hat der britische Mediziner David Nutt zum ersten Mal per Hirnscan in die Köpfe von Probanden geschaut, die sich unter LSD-Einfluss befanden, und er konnte sehen, wie sich einzelne Hirnregionen ohne zentrale Steuerung zusammenschalteten. Rauschsubstanzen sind für uns eine Art dritte Hand, mit der wir unser Hirn befingern und gewissermassen unsere Standardeinstellung ändern können.

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