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Der 35. Mai

Deutschsprachige Autoren, darunter der Schweizer Rolf Lappert, trafen sich in Peking mit chinesischen Kollegen – unter anderem auch mit Nobelpreisträger Mo Yan.

War in Peking auch dabei: Der Schweizer Rolf Lappert, hier auf einer Aufnahme im Literaturhaus Zürich. (Bild vom 9. Juli 2011)
War in Peking auch dabei: Der Schweizer Rolf Lappert, hier auf einer Aufnahme im Literaturhaus Zürich. (Bild vom 9. Juli 2011)
Keystone
Er ist Künstler – und Funktionär: Nobelpreisträger Mo Yan. (15. Oktober 2010)
Er ist Künstler – und Funktionär: Nobelpreisträger Mo Yan. (15. Oktober 2010)
Keystone
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«Der 35. Mai» – so heisst ein Kinderbuch von Erich Kästner. Das verrückte Datum steht für eine Welt, in der alles möglich ist. Zum Beispiel, dass ein sprechendes Pferd auf dem Äquator Rollschuh läuft. In China ist der 35. Mai eine Chiffre. Nicht für ein verrücktes, sondern für ein verbotenes Datum: jenen 4. Juni, den zu erwähnen auch 24 Jahre nach 1989 immer noch ein absolutes Tabu darstellt. Damals wurde der Tiananmen-Platz gewaltsam geräumt, in den Strassen Pekings kamen viele Chinesen ums Leben, Tausende wurden in Gefängnisse und Lager gesteckt. Es war das Ende der Demokratiebewegung, in chinesischer Staatsauffassung: das Ende von Unruhe und Anarchie.

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