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«Der alte Lustmolch und das Mädchen»

Wer eine Verpackungsetikette liest, der will danach wissen, was drin ist. Nur bei Büchern klappt die Zuschreibung selten. Ein spielerisches Plädoyer für eindeutige Buchtitel.

Eigentlich wollte Max Frisch seine späte Erzählung «Der Mensch erscheint im Holozän» mit dem Titel «Klima» publizieren. Passend, wenn man bedenkt, dass es im Buch immer wieder heftig regnet und dadurch im Tessiner Onsernone-Tal Hänge ins Rutschen kommen. Zudem würde das 1979 veröffentlichte Buch in der heutigen Zeit, in der das Thema Klimawandel die Menschen bewegt, bestimmt eine Renaissance erleben.

Doch der Verleger Siegfried Unseld wollte nicht, dass Max Frisch nach «Stiller» und «Andorra» wiederum ein Werk mit einem Einwort-Titel herausgibt. Und so kam es zum umständlichen und letztlich auch falschen Titel «Der Mensch erscheint im Holozän», denn dem literarischen Text fügte Frisch einen lexikalischen Eintrag bei, in dem klar steht, dass der Mensch im Pleistozän erschien.

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