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Der böse Kolonialismus der Dänen

Der Schriftsteller Kim Leine führt in die Abgründe der Menschenwelt des 18. Jahrhunderts und nach Grönland hinaus.

Eine Geschichte, die nicht nur ihre Gestalten, sondern am Ende auch sich selbst verzehrt: «Ewigkeitsfjord» von Kim Leine. Foto: Amrei-Marie (Wikimedia)
Eine Geschichte, die nicht nur ihre Gestalten, sondern am Ende auch sich selbst verzehrt: «Ewigkeitsfjord» von Kim Leine. Foto: Amrei-Marie (Wikimedia)

«Niemand denkt an Grönland» heisst ein 2004 in deutscher Übersetzung erschienener Roman John Griesemers, aber dieser Titel ist irreführend. In Theodor Fontanes «Vor dem Sturm» blättert schon im Winter 1812/13 eine junge Dame «neugierig in einer grönländischen Reisebeschreibung».

Von Menschen, die sich das Haar mit ihrem eigenen Urin waschen oder erfroren in ihren Zelten liegen, weil sie während einer Hungersnot ihre Lederkleidung verzehrt haben, erfährt man bei Fontane freilich nichts. Umso mehr dafür im jüngsten Roman des 1961 als Sohn dänischer Eltern in Norwegen geborenen Kim Leine, der 1990 selbst nach Grönland gezogen war.

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