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Der Dichter und das Berner Mädeli

Auf Erden war ihm nicht zu helfen – Heinrich von Kleist erschoss sich vor 200 Jahren. In der Schweiz wollte er 1802 Bauer werden. Wie nahe kam er auf der idyllischen Thuner Aare-Insel dem Traum vom irdischen Glück?

Kleist am Thunersee: Links das Wohnhaus, rechts das Ufer Richtung Scherzligen. Im Hintergrund Kirche und Fischerdorf.
Kleist am Thunersee: Links das Wohnhaus, rechts das Ufer Richtung Scherzligen. Im Hintergrund Kirche und Fischerdorf.
Wetzel, Aquatinta, 1827 (Sammlung Burkhard Wolter)

Das Glück, notierte er einmal, könne nicht wie ein mathematischer Lehrsatz bewiesen werden, «es muss empfunden werden». Heinrich von Kleist, ein ruheloser junger Mann von 25 Jahren, suchte mit an Verzweiflung grenzender Kühnheit seine Bestimmung. Noch war er kein Dichter, das Korsett einer Beamtenlaufbahn schreckte ihn ab. Aus preussischem Adel stammend, schrieb der Offizier im Ruhestand am 1. Mai 1802 an seine geliebte, wegen ihrer kritischen Haltung Kleists «Hirngespinsten» gegenüber auch gefürchtete Schwester Ulrike: «Jetzt leb ich auf einer Insel in der Aare, am Ausfluss des Thuner Sees, recht eingeschlossen von Alpen, eine Viertel Meile vor der Stadt. Ein kleines Häuschen an der Spitze, das wegen seiner Entlegenheit sehr wohlfeil war, habe ich für sechs Monate gemietet und bewohne es ganz allein.»

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