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Der masslose Westen

Der Soziologe Meinhard Miegel liest dem westlichen Menschen die Leviten. Zornig, wortgewaltig, provokativ.

Die neuen Türme von Babylon? Für den Soziologen Meinhard Miegel sind pompöse Bahnhöfe wie hier in Berlin Ausdruck westlicher Hybris.
Die neuen Türme von Babylon? Für den Soziologen Meinhard Miegel sind pompöse Bahnhöfe wie hier in Berlin Ausdruck westlicher Hybris.
Arnd Wegmann, Reuters

Das neueste Buch des streitbaren deutschen Soziologen und CDU-Intellektuellen Meinhard Miegel ist eine Kampfansage an die westliche Gesellschaft. Schon der Titel macht dies klar: Mit dem Begriff «Hybris» bezeichneten die alten Griechen jede Überschreitung des richtigen Masses, in den Beziehungen mit anderen Menschen wie auch in der natürlichen Ordnung der Dinge. Eine solche Verletzung der massvollen Norm galt als Sünde schlechthin und konnte in einem gerechten Kosmos nicht unbestraft bleiben. Der Törichte, so brachte der Dichter Hesiod die Idee auf den Punkt, versteht immer zu spät, was zu tun gewesen wäre. Nämlich erst nachdem er für sein unkontrolliertes Handeln gelitten hat.

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