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Der Möchtegern ist müde geworden. Sehr müde.

Die Elegie eines alternden Machos: In seinem Roman «Das Geschenk» lässt Wolf Wondratschek seinen legendären Chuck nochmals zu Wort kommen.

In den 70er-Jahren war Wolf Wondratschek einer der angesagtesten Pop-Dichter. Seine Gedichtsammlung «Chuck’s Zimmer» wurde unvorstellbare 300 000-mal verkauft. Später ernannte er sich zum «Arschloch der Achtzigerjahre», und in den 90ern dann war er weg vom Fenster. Die alten Männerthemen – Boxer, Huren, Geld, Rock ’n’ Roll – zogen nicht mehr so recht, und sein angestammtes Milieu zerfiel, diese Halbwelt zwischen Bussi-Bohème und Underground. Jetzt rächte sich auch, dass der einsame Wolf sich dem Literaturbetrieb immer verweigert hatte.

Seit einigen Jahren macht Wondratschek aber mit fast klassischer Prosa wieder von sich reden, und jetzt meldet sich auch Chuck, sein ältestes Alter Ego, zurück: Als müder alter Macho will er seinem 14-jährigen Sohn sich, die Mädchen und eine Welt erklären, die er selber nicht mehr versteht.

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