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Der «Neger» mit der Schreibmaschine

James Baldwin war in den 50er-Jahren als Schwarzer im Walliser Badeort Leukerbad eine Sensation. Er reflektierte dort über Rassismus und vollendete sein Romandebüt.

Auf 1400 Metern über Meer entstand einer der besten englischsprachigen Romane: James Baldwins «Gehe hin und verkünde es vom Berge». Foto: Pressenia, Keystone
Auf 1400 Metern über Meer entstand einer der besten englischsprachigen Romane: James Baldwins «Gehe hin und verkünde es vom Berge». Foto: Pressenia, Keystone

Er fuhr auf Besuch für zwei Wochen. Das war im Sommer 1951. Danach wollte James Baldwin nie mehr wiederkehren in dieses Kaff mitten in einem Postkartenpanorama, wo es keine Anregungen für ihn gab, nur die misstrauisch-sensationshungrigen Blicke der Erwachsenen und die Angstlustschreie der Kinder – «Neger!, Neger!» –, wenn sie ihn auf der Strasse sahen. Doch im Winter nach diesem Sommer des Missvergnügens zog Baldwin trotzdem mit Sack und Pack, seinem Plattenspieler und seinen zwei Lieblingsplatten von Bluessängerin Bessie Smith für ein paar Monate ins Leu-kerbader Familienchalet seiner grossen Liebe Lucien Happersberger. Eine Retraite, die der Autor im nächsten Winter wiederholte – und das gerade deshalb, weil die Ödnis im 600-Seelen-Nest im Winter noch öder und weisser war.

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