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Der SS-Mann und die First Lady von Auschwitz

Martin Amis’ umstrittener Roman «Interessengebiet» zeigt den Holocaust als schwarze englische Komödie.

Der Holocaust wird bei Martin Amis zur exakt geplanten, chaotisch ausufernden Walpurgisnacht. Foto: Tom Craig
Der Holocaust wird bei Martin Amis zur exakt geplanten, chaotisch ausufernden Walpurgisnacht. Foto: Tom Craig

Im Gegensatz zu ihren deutschen Kollegen haben angelsächsische Schriftsteller, Filmemacher und Komiker wenig Skrupel, die komischen Seiten des Nationalsozialismus für derbe Satiren auszuschlachten. Schon die Blödeltruppe Monty Python machte sich gern über Hitler und Eva Braun lustig, Prinz Harry zeigte sich in Naziuniform. In Quentin Tarantinos «Inglourious Basterds» trat ein SS-Mann als makabrer Witzbold auf, in Jonathan Littells «Die Wohlgesinnten» als gut gelaunter Pornograf des ­Todes. Auch Martin Amis ist notorisch fasziniert von allem, was als dekadent, böse und verboten gilt. Mit Skandalromanen, provozierenden Auftritten und zahlreichen Affären hat er sich den Ruf eines literarischen Enfant terrible erworben. Jetzt nähert er sich zum zweiten Mal dem Tabu-Thema Auschwitz von innen her.

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