Warum Sie nichts verpassen, wenn Sie dieses Buch nicht lesen

Rolf Dobellis Rundumschlag gegen «die News» erscheint als Buch. Ein guter Zeitpunkt für die Dobelli-Diät.

Ein Leben ohne die Bücher des Bestsellerautors Rolf Dobelli ist möglich.

Ein Leben ohne die Bücher des Bestsellerautors Rolf Dobelli ist möglich. Bild: Keystone

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Seit 2010 habe ich kein Buch von Rolf Dobelli mehr gelesen. Was als Selbstversuch begann, ist zu einer Lebensphilosophie geworden. Ich kann Ihnen diese Dobelli-Diät mit gutem Gewissen ans Herz legen. Sie werden bessere Entscheidungen treffen. Und glauben Sie mir: Sie werden nichts Wichtiges verpassen.

Hey, werden Sie jetzt sagen, den ersten Abschnitt dieser Kolumne hat der Typ aus einem Text von Rolf Dobelli kopiert. So ist es! Ich habe ihn aus dem Vorabdruck von Dobellis jüngstem Buch in der NZZ übernommen. Dabei habe ich das Wort News durch den Namen des Bestsellerautors ausgetauscht. Wahr ist, dass ich zuletzt 2010 ein Dobelli-Buch zu Ende las: seinen Roman «Massimo Marini».

«Wie gewohnt wähnt sich Dobelli im Vollbesitz einer allgemeingültigen Wahrheit.»

Seither bin ich auf Dobelli-Diät, besser gesagt: am fröhlichen Fasten. Ja, was konnte ich nicht alles lesen und erleben – in der Zeit, in der ich Dobellis Ratgeberbücher nicht las. So bin ich mir sicher, dass Sie nichts verpassen, wenn sein Rundumschlag gegen «die News» als Buch erscheint. Denn bereits beim Vorabdruck handelt es sich um die Variante eines Textes, den Dobelli seit 2011 wiederholt publiziert.

Wie gewohnt wähnt sich Dobelli dabei im Vollbesitz einer allgemeingültigen Wahrheit. Und so lässt sich vieles, was er gegen «die News» vorbringt, auch gegen seine Texte sagen, in denen er den ganzen Journalismus in die Tonne drückt, da alles von Junk-News «verseucht» sei. Da wäre der Vorwurf, viele Journalisten würden von anderen Autoren zusammenklauben, sich auf Gemeinplätzen und in «oberflächlichem Denken» erschöpfen. Nichts anderes ist das Geschäftsmodell des Autors Dobelli.

Dobelli, Verfasser von Büchern mit frechen ­Titeln wie «Die Kunst des klugen Denkens», begeht dabei den ewig gleichen Denkfehler: «Relevanz ist eine persönliche Sache», hiess es im Anti-News-Text von 2011. Inzwischen ist Relevanz eine «höchstpersönliche Angelegenheit». Wichtig ist also nur, was einen selbst interessiert. Das ist arg schlicht gedacht. Dobelli leistet damit auch einer Ego-Kultur Vorschub, die verkennen lässt, dass die Ursachen der meisten Probleme sozialer Natur sind. Und nur gemeinsam gelöst werden können.

Rolf Dobellis neues Buch erscheint am … ach, egal, lesen Sie einen klugen Zeitungsartikel oder ein gutes Buch. Es gibt so viele davon.



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Erstellt: 17.08.2019, 18:43 Uhr

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