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Die Illusionen der Kreativen

Hat sich eine ganze Generation geirrt? Katja Kullmann beschreibt im ernüchternden Buch «Echtleben» die Gründe und Abgründe von in Armut versinkenden Kulturschaffenden und Intellektuellen.

Journalistin, Bestsellerautorin, Hartz-IV-Empfängerin – das hat Katja Kullmann selbst erlebt. Foto: Thomas Schweigert
Journalistin, Bestsellerautorin, Hartz-IV-Empfängerin – das hat Katja Kullmann selbst erlebt. Foto: Thomas Schweigert

Was genau meinte wohl Berlins Bürgermeister Klaus Wowereit, als er für seine Stadt den Slogan «arm, aber sexy» erfand? Und was meinten wohl die Zürcher, als sie 2009 in der letzten Bevölkerungsumfrage das Kulturleben als drittwichtigste Eigenschaft ihrer Stadt bezeichneten? Sie meinten dies: dass da viele idealistische Menschen (in Zürich machen sie 9 Prozent der Bevölkerung aus) relativ arm, aber unheimlich sexy vor sich hin werkeln. Dass sie den kulturellen und damit auch atmosphärischen Boden bereiten, den andere, kaufkräftigere Schichten immer so gerne betreten, weil sie ihn «noch charmant» oder «so schön studentisch» finden, nur um dann zuverlässig Mietwucher, Porsches und Luxussanierungen einzuführen.

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