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Die Leibesvisitation des Paul Auster

«Winterjournal» ermöglicht einen fantastischen Nahblick auf einen Grossen der amerikanischen Literatur. Das ist fesselnd – und stellenweise bemühend.

Ein schillernder Meister literarischer Spiegelfechtereien: Paul Auster im Januar dieses Jahres in Paris.
Ein schillernder Meister literarischer Spiegelfechtereien: Paul Auster im Januar dieses Jahres in Paris.
AFP

Einmal hatte er Tripper, einmal Filzläuse und stets Hemmungen. Letztere wurde der Schriftsteller Paul Auster freilich ebenso los wie die «dreaded germs of intimacy» – die «Bazillen der Intimität», wie es in Werner Schmitz’ meist geschmeidiger Übersetzung von «Winterjournal» heisst. Da hat sich einer also buchstäblich freigemacht; hat (sich) ausgepackt. Und darum klingt die Vergangenheit im neuen Buch des 1947 Geborenen auch ganz hemmungslos so: Da «nistete ein Bataillon winziger Krabben . . . in deinem Schamhaar», und auch «zäher grüner Schleim» bleibt dem Leser nicht erspart. Später überfiel Auster eine Herzattacke, die dann doch keine war; es quälten ihn Panikattacken, Magenattacken, Augenattacken, Zahnausfälle, Fussprobleme und ein Furunkel auf dem Allerwertesten. Nicht zuletzt geriet er in jene kleineren und grösseren Unfälle, die das Leben mit sich bringt.

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