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Die Scham über die Scham

Drei Frauen, viele Lügen und ein wenig Magie: Marie NDiayes neuer Roman «Ladivine» erzählt davon, was der Rassismus in einem Leben anrichten kann.

Virtuosin des Unbehagens: Marie NDiaye verfügt über eine Literatursprache mit einzigartigem Klang. Foto: Heike Steinweg (Opale)
Virtuosin des Unbehagens: Marie NDiaye verfügt über eine Literatursprache mit einzigartigem Klang. Foto: Heike Steinweg (Opale)

Das N-Wort fällt nur ein einziges Mal. Aber präsent ist es im ganzen Buch, unausgesprochen, untergründig, aber unablässig. Marie NDiayes «Ladivine» ist kein Roman über den Rassismus, aber er erzählt davon, wie dieser die Psyche von Menschen zerstört und Familien zersetzt, bis ins dritte Glied. Die 45-jährige Autorin mit senegalesischem Vater und französischer Mutter, seit dem Prix Goncourt 2009 in der ersten Reihe der Autoren ihres Landes und durch Übersetzungen bei Suhrkamp auch bei uns längst präsent, ist eine Meisterin der widersprüchlichen Empfindungen, eine Virtuosin des Unbehagens, eine unerschrockene Forscherin im Zwischenreich von Wirklichem und Unwirklichem.

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