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Die Seifenblase darf nicht platzen

Martin Suter dreht in seinem neuen Roman «Montecristo» keine Zigarren, sondern ein grosses Rad. Es geht um doppelte Banknoten, tollkühne Spekulationen und (fast) um die Rettung der Welt.

Den Finanzkapitalismus im Blick: Martin Suter hat einen gewohnt gut recherchierten Unterhaltungsroman der Oberklasse abgeliefert. Foto: Urs Jaudas
Den Finanzkapitalismus im Blick: Martin Suter hat einen gewohnt gut recherchierten Unterhaltungsroman der Oberklasse abgeliefert. Foto: Urs Jaudas

Solide stehen die Bankgebäude am Zürcher Paradeplatz, vielfach gesichert lagern die Goldreserven tief unter der Erde. Doch die steinerne Festigkeit täuscht: mit einem Windstoss, um einmal den Prediger Salomo zu zitieren, der das alles schon gewusst hat, ist es dahin. Dieser Windstoss kann über den Atlantik kommen, wenn schlecht gesicherte Hauskredite platzen und die Wertpapiere, in die sie verpackt sind, auch; man hat das erlebt, hat in den Abgrund geblickt und ist gerade noch einmal davongekommen. Eine solche Böe kann aber auch ein einzelner Mensch auslösen. Nick Leeson machte 1995 so hohe Verluste, dass die Barings Bank darüber pleiteging und eine ganze Währung, das britische Pfund, in Schieflage geriet. Jérôme Kerviel verspekulierte kurz vor der Finanzkrise fast fünf Milliarden Euro der französischen Société Générale.

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