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Die Sensationen des Alltags

Paare, Freunde, Verlassene: Julian Barnes’ neue Erzählungen blicken unter die Oberflächenglasur der englischen Mittelklasse. Am Samstag stellt er «Unbefugtes Betreten» in Zürich vor.

Julian Barnes treibt in seinem Erzählband das Unspektakuläre bis ins Extrem.
Julian Barnes treibt in seinem Erzählband das Unspektakuläre bis ins Extrem.
Karen Robinson (Keystone)

Die Novelle war nach klassischer Definition Schauplatz einer «unerhörten Begebenheit». Die moderne Erzählung, in manchem ihre Nachfolgerin, kommt weniger spektakulär daher. Julian Barnes treibt in seinem neuen Band «Unbefugtes Betreten» das Unspektakuläre bis zum Extrem: Bis auf ein paar Ausflüge in historische Gefilde, ins 18. und 19. Jahrhundert, verlässt er den unmittelbaren Bezugs- und Erlebnisrahmen seiner Leser nicht. Er erzählt, was wir kennen, lieben oder fürchten. Von Ehen, die halten oder zerbrechen. Von Freunden, die bei gutem Essen zusammensitzen und die Welt auf Konversationsniveau herunterbrechen. Vom Wandern und Gärtnern. Von Einsamkeit und Krankheit.

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