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Die wiedergefundene Zeit

Literaturnobelpreisträger Patrick Modiano erzählt immer dieselbe Geschichte – und bleibt dabei doch lebhaft und poetisch.

«Dieses Paris hat nie aufgehört, mich zu verfolgen, und meine Bücher sind manchmal in sein verschleiertes Licht getaucht»: Patrick Modiano in Stockholm. (7. Dezember 2014)
«Dieses Paris hat nie aufgehört, mich zu verfolgen, und meine Bücher sind manchmal in sein verschleiertes Licht getaucht»: Patrick Modiano in Stockholm. (7. Dezember 2014)
AP Photo
Der Gewinner des Literaturnobelpreises 2014: Der Franzose Patrick Modiano. (7. Oktober 2003)
Der Gewinner des Literaturnobelpreises 2014: Der Franzose Patrick Modiano. (7. Oktober 2003)
AFP
Punkt 13 Uhr: Peter Englund von der Svenska Akademien vor der Verkündung des Preisträgers. (9. Oktober 2014)
Punkt 13 Uhr: Peter Englund von der Svenska Akademien vor der Verkündung des Preisträgers. (9. Oktober 2014)
AFP
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Ich schreibe diese Zeilen in einem Hotelzimmer. Mein iPad liegt auf einer ledernen Schreibunterlage, dahinter steht ein umgedrehtes Glas auf einer Papierserviette, die Klimaanlage rauscht unregelmässig. Ich habe keine Bücher hier, nur einen Aluminiumkoffer voller Kleider.

Die längst vergriffene Suhrkamp-Ausgabe von Patrick Modianos Roman «Sonntage im August», die mir mein Freund Axel vor Jahren zum Geburtstag geschenkt hat – vielleicht war es der dreissigste –, diese geliebte Modiano-Ausgabe, auf deren Cover eine Frau durch eine abstrakt zersprungene rote Scheibe blickt, habe ich nicht zur Hand, ich kann nicht nachschlagen, nicht blättern, nicht zitieren. Ich kann es mir einbilden, aber ich glaube mich zu erinnern, dass es in diesem Roman einen Fotografen gibt, der davon besessen ist, leere und verfallene Schwimmbäder in der südfranzösischen Provinz zu fotografieren.

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