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Ein dunkles, kaltes und schweres Land

Der ukrainische Erfolgsautor Juri Andruchowytsch ist ein scharfzüngiger Kritiker von Politikern. Über die Ukraine, die Schweiz und Europa hat er auch schon auf einer Alp im Simmental nachgedacht.

Der ukrainische Schriftsteller Juri Andruchowytsch: «Unsere Politiker stehen Moskau sozusagen zur Verfügung.»
Der ukrainische Schriftsteller Juri Andruchowytsch: «Unsere Politiker stehen Moskau sozusagen zur Verfügung.»
Imago

Im Sommer 2005 waren Sie neun Tage auf der Alp Morgeten im Simmental. Danach schrieben Sie in einem Essay, dass man in der Schweiz nur in der Vertikalen aussteigen könne. Das Land sei «dunkel, kalt und schwer». Juri Andruchowytsch: Ich habe damals auf der Alp Morgeten ein paar Fotos gemacht. Ab und zu zeige ich diese meinen Bekannten in der Ukraine und frage sie, in welchem Land das wohl sein könnte. In der Slowakei, in Rumänien oder auch bei uns könnte es etwa so aussehen, sagen sie. Und ich antworte: Nein, das ist die Schweiz. Ich versuchte mit diesem Essay und mit den Fotos dem ukrainischen Leser klarzumachen, dass seine Vorstellung von der Schweiz relativ beschränkt und relativ falsch ist. Dass jenseits der Klischees vom Bankenplatz, vom Reichtum und von der schönen Landschaft auch in der Schweiz Menschen unter schwierigen Umständen arbeiten, zum Beispiel um diesen Alpkäse herzustellen.

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