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«Eine 100-prozentige Stabilität gibt es auch für die Schweiz nicht»

Historiker Tim Müller hat den Untergang der Weimarer Republik analysiert. Im Interview sagt er, woran Demokratien kaputtgehen können und worauf ihre Politiker achten sollten.

Die Schweiz als Idylle, auch in politischer Hinsicht: Nonnen rasten auf der Heidialp oberhalb von Bad Ragaz. (21. Juli 2001)
Die Schweiz als Idylle, auch in politischer Hinsicht: Nonnen rasten auf der Heidialp oberhalb von Bad Ragaz. (21. Juli 2001)
Keystone
Verteidiger der Weimarer Republik: Reichsaussenminister Walter Rathenau. Er wurde am 24. Juni 1922 von Rechtsradikalen ermordet.
Verteidiger der Weimarer Republik: Reichsaussenminister Walter Rathenau. Er wurde am 24. Juni 1922 von Rechtsradikalen ermordet.
Keystone
Investierte massiv in den Wohlfahrtsstaat, um die Krise zu überwinden: US-Präsident Franklin D. Roosevelt. (20. Juni 1936)
Investierte massiv in den Wohlfahrtsstaat, um die Krise zu überwinden: US-Präsident Franklin D. Roosevelt. (20. Juni 1936)
Keystone
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Herr Müller, wann bricht eine Demokratie zusammen? Dafür braucht es sehr viel. Die Weimarer Republik etwa zerbrach nur, weil die Umstände extrem ungünstig waren. Diese Demokratie stand von Anfang an unter einem gewaltigen wirtschaftlichen Druck, der durch die miserable Lage der Weltwirtschaft bedingt war. Die Inflation in den frühen 20er-Jahren war bekanntlich brutal. Alles Ersparte ging verloren. Trotzdem konnte sich die Demokratie wieder fangen. Und dann kam noch die grosse Weltwirtschaftskrise seit 1929 mit bis zu vierzig Prozent Arbeitslosen. Erst die schweren Fehler der Regierungen in dieser Krise führten die Demokratie an den Abgrund.

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