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«Es ist ein Unterschied, ob das in der Schweiz oder in Deutschland gesagt wird»

In Deutschland tobt die Debatte um das neue, israelkritische Gedicht von Günter Grass. Literaturprofessor Peter von Matt analysiert das Stück im Redaktion Tamedia-Gespräch.

«Grass ist kein Antisemit»: Der ehemalige israelische Botschafter in Deutschland Avi Primor.
«Grass ist kein Antisemit»: Der ehemalige israelische Botschafter in Deutschland Avi Primor.
Keystone
Kritisiert das Einreiseverbot an Günter Grass: Der israelische Publizist und Historiker Moshe Zimmermann. (Archivbild)
Kritisiert das Einreiseverbot an Günter Grass: Der israelische Publizist und Historiker Moshe Zimmermann. (Archivbild)
Keystone
Mit einem bekannten, nicht minder umstrittenen Kollegen: Grass an der Seite von Salman Rushdie. (Oktober 1997)
Mit einem bekannten, nicht minder umstrittenen Kollegen: Grass an der Seite von Salman Rushdie. (Oktober 1997)
Keystone
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Herr von Matt, was bezweckt Grass mit seinem Gedicht «Was gesagt werden muss»? Das Gedicht geht von der sehr akuten Frage nach einem Erstschlag im Nahen Osten aus; das scheint mir eine reale, berechtigte Sorge. Ebenso berechtigt ist die Überlegung, ob Deutschland U-Boote in diese Region verkaufen darf. Das Problem des Gedichts ist, dass es in der zweiten Hälfte den präzisen Ansatz verlässt und immer pauschaler wird. So entsteht der Eindruck, dass dieser berechtigte Anfang eigentlich nur der Anlass für viel pauschalere, analytisch unscharfe Äusserungen ist. Grass hätte einfach früher aufhören sollen.

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