Zum Hauptinhalt springen

Fingerübungen zu «Finnegans Wake»

Der neu herausgegebene Band «Finn’s Hotel» vereint alte und neue Texte aus der Werkstatt von James Joyce.

James Joyce spottete gern, er habe die Literaturwissenschaft auf 300 Jahre ­hinaus beschäftigt. Tatsächlich ist die Joyce-Exegese eine Wissenschaft für sich, an der sich schon viele philolo­gische Erbsenzähler und schwer be­waffnete Dechiffriersyndikate die Zähne aus­gebissen haben. Das gilt vor allem für «Uly­s­ses» (1922) und mehr noch für sein legendäres Spätwerk: «Finnegans Wake» (1938), unter Kennern: FW.

FW ist ein Zettelkasten voller Wortspiele, Kalauer und orthografischer ­Kapriolen, der die Sprachzertrümmerung der Moderne bis an die Grenzen der ­Unlesbarkeit treibt. Es kann also ­niemanden überraschen, dass die elf kurzen «Epiclets» (Eposlein), die Joyce 1923 schrieb und die der Suhrkamp-­Verlag als «neues, unbekanntes, Staunen er­weckendes Werk» des Meisters an­kündigt, in Fachkreisen Aufsehen erregten. ­Sollten die Prosafragmente, wie Seamus Deane in seiner Einleitung behauptet, tatsächlich ein «bahnbrechendes, eigenständiges Werk für sich» sein?

Um diesen Artikel vollständig lesen zu können, benötigen Sie ein Abo.