Zum Hauptinhalt springen

Fliegende Ziegenköpfe und Löwenfett auf dem Fussballplatz

Oliver G. Beckers Buch über Fussball und Magie in Afrika erhellt den fremden Zauber rund ums Kicken. Das Werk des Dokumentarfilmers dürfte analytischer sein.

Wenn das Training nicht ausreicht: Götter und Geister werden für Ghanas Sieg beschworen.
Wenn das Training nicht ausreicht: Götter und Geister werden für Ghanas Sieg beschworen.
Keystone

In Europa gibt es Fussballprofis, die Amulette oder Papstbilder in der Hose tragen, ihre Unterhose verkehrt herum und nie ein Trikot mit der Nummer 13 anziehen. Trainer und Manager schwören auf die siegbringende Wirkung von Weihwasser, Glückskrawatten und unrasierten Gesichtern.

Was also soll verkehrt daran sein, wenn der südafrikanische Witchdoctor Dumezulu, Mentalcoach beim Huntington FC, Trikots und Fussballerbeine mit Affenpfote (gut für Torhüter), Zebrahuf und Löwenfett räuchert und salbt? Huntington gewann, derart mit «Juju» – und einer vollen Dröhnung Peter-Maffay-Schlagern – magisch gedopt und imprägniert, das Lokalderby gegen Wednesday gleich mit 6:0. Andererseits verlor der Kongo bei der WM anno 1974 gegen Jugoslawien glatt mit 0:9, obwohl Diktator Mobutu eigens einen Hexenmeister hatte einfliegen lassen.

Um diesen Artikel vollständig lesen zu können, benötigen Sie ein Abo.