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«Fünf Akte sind mir lieber als drei»

John Irving, Autor, Koch und Sportler, war in Zürich und sprach über die Tragödien, die in seinen Romanen stecken.

Simone Meier
«Der grösste Teil meines Lebens besteht aus mir am Schreibtisch, und fertig»: Der Schriftsteller John Irving. (7. November 2012)
«Der grösste Teil meines Lebens besteht aus mir am Schreibtisch, und fertig»: Der Schriftsteller John Irving. (7. November 2012)
Keystone

Sie haben mein Lieblingsbuch 2012 geschrieben. Oh danke, das freut mich!

Andere Autoren in Ihrem Alter schreiben am liebsten über alte Männer, die sich in sehr junge Frauen verlieben. Sie hingegen veröffentlichen einen Roman über einen bisexuellen Mann, der sich am liebsten in Transsexuelle verliebt. Meine Bücher haben nie mit meiner aktuellen Verfassung zu tun. Ich trage einen Stoff ewig lange mit mir herum, die ersten Notizen zu «In einer Person» machte ich vor gut zehn Jahren. Bei anderen Büchern dauert die Gärzeit auch schon mal zwanzig Jahre. Aber ich wollte immer schon die Geschichte eines bisexuellen Mannes meiner Generation erzählen, die Geschichte einer Minderheit innerhalb einer Minderheit. Heute ist das besser, aber als ich jünger war, wurde ja niemandem so sehr misstraut wie dem bisexuellen Mann: Die Schwulen dachten, der ist zu feige, um richtig schwul zu sein, und die Frauen fühlten sich sowieso bedroht.

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