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Für sie gab es kein Happy End

Eine Ausstellung in Paris widmet sich dem Leben der russisch-französischen Schriftstellerin Irène Némirovsky (1903–1942). Erst jetzt ist ihr grossartiger Roman «Die Familie Hardelot» auf Deutsch erschienen.

Irène Némirovsky war Ende der 1930er-Jahre ein gefeierter Literaturstar in Paris.
Irène Némirovsky war Ende der 1930er-Jahre ein gefeierter Literaturstar in Paris.
PD

Von der Gare de Lyon ist es zu Fuss nicht weit zum Mémorial de la Shoah. Im ersten Stock der von der Strasse etwas zurückversetzten Gedenkstätte erinnert eine eindrückliche Ausstellung an die Romancière Irène Némirovsky, die in den 1930er-Jahren ein gefeierter Literaturstar war. Die französischen Zeitungen druckten ihre Romane in Folgen ab, sie machten Interviews und Homestorys, und sie zitierten grosse Namen herbei: Némirovsky wurde mit Balzac und Proust, mit Tolstoi und Dickens verglichen. Genauso schnell, wie die Schriftstellerin mit dem Roman «David Golder» berühmt wurde – 1930, nur ein Jahr nach seinem Erscheinen, wurde er verfilmt –, genauso abrupt fand ihre Karriere mit dem Einmarsch der deutschen Truppen ein Ende. Wie so vieles in der europäischen Geistesgeschichte wurde auch dieser leuchtende Stern von den Nationalsozialisten in die Dunkelheit des Vergessens gerissen.

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