«Ich halte mich für schwer überschätzt»

Peter Bichsel hört man zu, was er zu sagen hat. Hier spricht er in seinem unnachahmlichen Tonfall über zwölf aktuelle und latente Themen.

«Ich hab Jodeln sehr gern, aber ich möchte das nicht im Altersheim mit alten Leuten hören»: Peter Bichsel. Foto: Jürgen Bauer (Ullstein Bild)

Wer sich mit Peter Bichsel trifft, muss Zeit mitbringen. Und darf keinen üblichen Interview-Ablauf erwarten. Das Treffen beginnt in der Beiz, im Kreuz in Solothurn, die aber längst nicht mehr «seine» Beiz ist. Und es endet, wieder mit einem Glas Wein, an der Aare, in der Frühlingssonne. Dazwischen: ein langes Gespräch in seinem Arbeitszimmer. Mit der Arbeit ist es allerdings vorbei. Bichsel ist 82, mit dem Schreiben hat er aufgehört. Seit mehr als 50 Jahren sind viele Geschichtenbände entstanden und über 1000 Kolumnen. Das Werk lebt, es wird immer neu aufgelegt, gelesen, ­geliebt. Und ihr Schöpfer auch. Von keinem Kollegen habe ich je ein böses Wort über Peter Bichsel gehört. Das Alter hat vielleicht sein Tempo – schon immer mochte er lange Pausen, in denen sich ein neuer Gedanke vorbereitete – noch einmal verlangsamt. Aber den Gedanken nicht die Schärfe genommen.

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 12.04.2017, 19:31 Uhr

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