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«Ich war der einzige, der meiner Mutter im Altersheim zuhörte»

«Stark ist nur, wer gemeinsam handeln kann»: Der 65-jährige Didier Eribon. Foto: Kostas Maros

Sie touren noch immer mit Ihrem Bestseller «Rückkehr nach Reims», der im Original vor zehn Jahren erschienen ist. Woran arbeiten Sie zurzeit?

Ihre Mutter wurde von der Gesellschaft verurteilt?

Viele gehen heute von einer grossen sozialen Mobilität aus und einer Mittelschicht, der alle angehören können, die arbeiten und sich Mühe geben.

Aber Ihnen ist es gelungen, diesem Milieu zu entkommen. Heute sind Sie ein erfolgreicher Autor, ein gefeierter Soziologe!

Es gab Vorbilder beim Schreiben von «Rückkehr nach Reims».

«Scham kann auch als etwas Ermächtigendes genutzt werden.»

Das Gefühl der Scham ist in dieser Analyse zentral. Warum?

Kann man sich von Scham lösen?

Eine Verwandlung von Scham in Stolz ist nur in einer grösseren Gruppe möglich?

Für Ihre Mutter war eine solche Revolution nicht möglich, als sie im Altersheim war.

Viele alte Menschen sterben allein. Ihre Mutter hatte mit Ihnen immerhin einen Sohn, der für sie da war.

Wenn man isoliert ist, hat man keine politische Kraft.

Sie können kein Kollektiv bilden.

Wie können alte, isolierte Menschen kämpfen?

Wie verträgt sich das mit dem Anliegen, dass Betroffene für sich selbst sprechen können?

Ihr neues Buch wird auch ein Plädoyer für die Rolle des Intellektuellen sein?