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Im Nebel des Vergessens

«Der begrabene Riese», der neue Roman von Kazuo Ishiguro, führt ins finstere Frühmittelalter. Es geht um historische Gewalt, die unter einem Drachennebel verborgen liegt.

In Kazuo Ishiguros Roman sondert ein Drache eine Substanz ab, die sich als Dunst des Schweigens über begangenes Unrecht legt. Foto: Rachel Sussman (Gallery Stock)
In Kazuo Ishiguros Roman sondert ein Drache eine Substanz ab, die sich als Dunst des Schweigens über begangenes Unrecht legt. Foto: Rachel Sussman (Gallery Stock)

Ritter Gawein hat eine bemerkenswerte literarische Karriere gemacht. Aus den Tiefen walisischen Sagenguts kommend, sass er mit dem legendären König Artus an dessen Tafelrunde, Verkörperung aller höfischen Tugenden, von dessen Heldentaten zahllose Epen berichten. In späteren Dichtungen trübt sich das Bild ein, wird differenzierter, menschlicher; Gawein zeigt einen für Ritter bedenklichen Hang zum Amourösen. Das Kino unserer Zeit fügt der Gestalt nochmals neue Facetten zu bis hin zur Farce: In «Monty Python and the Holy Grail» macht ihm ein Killerkaninchen den Garaus.

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