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«In anderen Ländern verheiraten die sich miteinander»

In ihrem Buch beschreibt Pola Kinksi, wie sie von ihrem Vater Klaus Kinski jahrelang missbraucht wurde. Doch Kinski selbst machte in seiner Autobiografie keinen Hehl aus seinen sexuellen Vorlieben.

Beschrieb in seiner Autobiografie gar, wie er eine 15-Jährige vergewaltigte: Klaus Kinski, hier in einer Filmszene aus «Jack the Ripper».
Beschrieb in seiner Autobiografie gar, wie er eine 15-Jährige vergewaltigte: Klaus Kinski, hier in einer Filmszene aus «Jack the Ripper».
Keystone

Die Biografie von Pola Kinski, der ältesten Tochter von Schauspiellegende Klaus Kinski, wirft schon vor der Veröffentlichung hohe Wellen. Im Buch «Kindermund» erhebt die 60-Jährige schwere Vorwürfe gegen ihren Vater. Gegenüber dem deutschen Magazin «Stern» sagte sie, sie sei von ihrem Vater vom 5. bis zum 19. Lebensjahr sexuell missbraucht worden. Doch laut Recherchen der «Bild»-Zeitung hat Klaus Kinski selbst in der ersten Auflage seiner 1975 erschienenen Autobiografie «Ich bin so wild nach deinem Erdbeermund» seine sexuelle Vorliebe für minderjährige Mädchen öffentlich gemacht.

Darin beschreibt er beispielsweise, wie er die damals etwa dreijährige Pola mit ins Bordell nahm und mit ihr dort übernachtete. Er erachtete dies als eine Selbstverständlichkeit, denn: «Als mir ihre Mutter meine Tochter nicht geben will, reisse ich sie ihr aus den Armen», schrieb er. Oder in einer weiteren Passage: «Tagsüber gehen wir in den Englischen Garten. Abends nehme ich sie mit in mein Zimmer in einem Bordell, wasche sie im Waschbecken und lege sie schlafen», rezitierte die «Bild»-Zeitung heute aus dem Buch. Auch die Vergewaltigung eines 15-jährigen Mädchens beschreibt er detailreich: Er stellte den Fernseher lauter, weil es so laut schrie.

Kinski kritisierte deutsches Rechtssystem

1977 war Kinski zu Gast in der Talkshow «Je später der Abend» mit Reinhard Münchenhagen und Manfred Krug. Darin sprechen sie auch über das Buch. Der Moderator und Kinski albern über die Promotion des Buches: «Ich habe dem Verlag versprochen, dass ich ihn heute mehrmals in der Sendung nennen werde.» Darauf liest der Moderator von einem Zettel ab: «Ich kann Ihnen sagen, was Herr Kinski jetzt noch sagen wollte: dass die Leute dieses Buch kaufen müssen, weil es eines der besten Bücher ist, das es überhaupt zu kaufen gibt.» Kinski kontert mit einem Grinsen auf dem Gesicht: «Die müssen das nicht, keiner muss irgendwas. Ich erwarte nur, dass es alle kaufen», sagt er und lehnt sich auf dem Sofa zurück, das Jeanshemd mit den hochgekrempelten Ärmeln bis zur Hälfte der Brust aufgeknöpft.

Ende der 80er-Jahre wurde die erste Fassung, die heute nur noch in Antiquariaten erhältlich ist, überarbeitet. 1991 erschien das Buch unter dem Titel «Ich brauche Liebe». Dabei wurden die gravierendsten Passagen entweder entfernt oder abgeschwächt. Kinski selbst sah zeit seines Lebens kein Problem in seinen sexuellen Vorlieben, im Gegenteil: 1985, so schreibt die «Bild», kritisierte er das deutsche Rechtssystem: «Bei uns kommt man ins Gefängnis, wenn man mit einem minderjährigen Mädchen schläft, in anderen Ländern verheiraten die sich miteinander.»

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