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In der eigenen Hölle

«Kommt ein Pferd in die Bar»: In seinem neuen Roman lässt David Grossman einen Comedian eine Selbstentblössungs- und Selbstbestrafungsperformance absolvieren.

Grelle Lichtkegel auf die Beschädigung einer ganzen Gesellschaft: David Grossman. Foto: Joost van den Broek (Hollandse Hoogte)
Grelle Lichtkegel auf die Beschädigung einer ganzen Gesellschaft: David Grossman. Foto: Joost van den Broek (Hollandse Hoogte)

In William Styrons Roman «Sophie’s Choice» sieht sich eine junge Mutter im KZ von einem Aufseher vor eine grauenhafte Alternative gestellt: Er zwingt sie, von ihren beiden kleinen Kindern eines für die Gaskammer zu bestimmen. Eine Entscheidung, über die sie nie hinwegkommen wird (Meryl Streep hat für diese Rolle in der Filmfassung einen Oscar bekommen). Unweigerlich muss man bei der ­Lektüre von David Grossmans neuem Roman an diese Szene denken. Seine Hauptfigur Dovele Grinstein stand, als er noch ein Kind war, vor einer ähnlichen Entscheidung – er stellte sich gar selbst vor sie: Wer soll tot sein, Vater oder Mutter?

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