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Kaleidoskop menschlicher Schicksale und Hoffnungen

Die Porträt-Sammlung von Yann Arthus-Bertrand stillt kleine voyeuristische Gelüste und öffnet Fenster in andere Realitäten.

Am Anfang war die Panne. Der Fotograf Yann Arthus-Bertrand, bekannt durch seine Arbeit «Die Erde von oben», die Luftaufnahmen von unserem Planeten zeigt, befand sich in Mali, wollte Landschaften fotografieren und musste warten. Der Helikopter hatte eine Panne – und ein Dorfbewohner Zeit, dem Fremden von seinem Alltag, seinen Sorgen und Wünschen zu erzählen. Das liess den Fotografen nicht mehr los und brachte ihn auf die Idee, Menschenporträts aus aller Welt – in Wort und Bild – zusammenzutragen, um aufzuzeigen, was uns verbindet oder unterscheidet, bewegt und träumen lässt.

Er und sein Team befragten während fünf Jahren insgesamt 5000 Personen in 75 Ländern, was für sie Freiheit, Glück, Liebe und Glaube bedeutet und wovor sie Angst haben. In «Einer unter 6 Milliarden» veröffentlicht er nun mehr als 500 Porträts und kurze Selbstbeschreibungen von Menschen jeglicher Herkunft und Kultur. Ein Kaleidoskop menschlicher Erfahrungen und Wünsche – das zuweilen unterhaltsam, oft aber bizarr wirkt in der Spannbreite der Aussagen. Auf die Frage: «Was ist Ihre grösste Angst?», antwortet etwa ein junger Serbe: «Die Angst vor Frauen, vor schönen Frauen und davor, kein Geld zu haben»; eine ältere Dame aus Papua-Neuguinea fürchtet sich «vor dem Vulkan»; die Schwedin hat «Angst vor der Angst» und ein Südafrikaner, dass er seine Frau mit dem HIV anstecken könnte.

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