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«Länder müssen selbst bestimmen können, was Menschenrechte sind»

Gret Haller plädiert in ihrem neuen Buch für das demokratische Aushandeln der Menschenrechte.

«Das nächste Menschenrecht, das man neu definieren muss, ist die Eigentumsgarantie»: Gret Haller.
«Das nächste Menschenrecht, das man neu definieren muss, ist die Eigentumsgarantie»: Gret Haller.
Nicola Pitaro

Frau Haller, Menschenrechte sind in aller Munde, in allen Verfassungen. Sie aber sprechen von einer Krise der Menschenrechte. Warum?

Angefangen hat die Krise 1989, nach dem Kalten Krieg. Menschenrechte wurden imperialistisch eingesetzt, um militärische Interventionen zu bemänteln. Das krasseste Beispiel ist der von George W. Bush angezettelte zweite Irakkrieg, der angeblich zum Schutz der Menschenrechte geführt wurde. So aber werden sie vom Befreiungs- zum Disziplinierungsinstrument. Während des Gleichgewichts des Schreckens wäre niemand auf die Idee gekommen, Menschenrechte exportieren zu wollen, schon gar nicht mit Waffengewalt. Mit dem neuen Interventionismus verhindert man die demokratisch-prozessuale Erarbeitung der Menschenrechte. Diese müssen immer wieder neu ausgehandelt werden.

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