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Lieber Professor in Basel...

Die Grundlagen für seine berühmte Philosophie des Übermenschen legte ­Nietzsche in der Schweiz.

Friedrich Nietzsche in seiner Basler Zeit um 1869. Foto: Wikimedia.org
Friedrich Nietzsche in seiner Basler Zeit um 1869. Foto: Wikimedia.org

Nietzsches berühmter Wahnsinnsbrief an Jacob Burckhardt gipfelte in dem stolzen Satz «Zuletzt wäre ich viel lieber Basler Professor als Gott; aber ich habe es nicht gewagt, meinen Privat-Egoismus so weit zu treiben, um seinetwegen die Schaffung einer Welt zu unterlassen.»

Das war gotteslästerlicher Grössenwahn, aber nicht gänzlich verrückt. In Basel hatte es der ruhelose Wanderer zehn Jahre ausgehalten, länger als in jeder anderen Stadt: Als Professor für griechische Sprache und Literatur lebte er tatsächlich wie Gott in Basel. Der 24-jährige Deutsche, noch nicht einmal promoviert, von dem sein Lehrer Ritschl Wunderdinge an die Berufungskommission berichtete («Er wird alles können, was er will»), war 1869 von seinen Kollegen mit offenen Armen empfangen und mannhaft verteidigt worden, als sein erstes Buch «Die Geburt der Tragödie aus dem Geist der Musik» von der Berliner Philologenmafia verrissen wurde.

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