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Literatur im Erdgeschoss

Die Klassiker von Charles Dickens und Émile Zola erschienen zuerst als Fortsetzungsromane in Tageszeitungen. Trickreich nutzten sie Cliffhanger – ganz ähnlich wie heute Fernsehserien.

Aufführung von Charles Dickens’ «The Old Curiosity Shop» («Der Raritätenladen») am 2. August 1930 in einer Strasse Londons. Foto: New York Daily Archive, Getty Images
Aufführung von Charles Dickens’ «The Old Curiosity Shop» («Der Raritätenladen») am 2. August 1930 in einer Strasse Londons. Foto: New York Daily Archive, Getty Images

Nicht alles, aber vieles ist eine Frage des Preises. Auch der Siegeszug des Fortsetzungsromans auf Zeitungspapier, mit anderen Worten «Feuilletonroman». Das «Feuilleton», das «Blättchen» mit Theaterkritiken, wurde im späten 18. Jahrhundert dem politischen Teil beigelegt und wanderte später ins Hauptblatt, unter den Strich, wie es wörtlich und auch sprichwörtlich hiess. In Frankreich nannte man den Platz auch «rez-de-chaussée», Erdgeschoss, und es war in der Zeitung genauso wenig angesehen wie in Häusern. In Frankreich waren Zeitungen damals teuer. Zum breiten Medium, später zum Massenmedium wurden sie nicht nur, weil mehr Leute lesen konnten, sondern vor allem durch Preissenkungen. Diese wiederum waren möglich durch neue Druck- und Vervielfältigungstechniken – und weil man Inserate gegen Geld veröffentlichte.

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