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Lord Voldemort greift an

Der Internethändler Amazon versucht seine Marktmacht durchzusetzen und dreht massiv an der Preisschraube. Nun wehren sich die ersten Verlage öffentlich. Letztlich geht es um die Zukunft der Buchkultur.

Immer breitere Produktepalette: Ein Arbeiter bereitet im Amazon-Versandcenter in Rugeley, England, Bestellungen zur Auslieferung vor.
Immer breitere Produktepalette: Ein Arbeiter bereitet im Amazon-Versandcenter in Rugeley, England, Bestellungen zur Auslieferung vor.
Phil Noble, Reuters

Viel Lärm um ein paar Prozent Rabatt, eine normale Auseinandersetzung im Handel? So die einen. Andere sprechen von Krieg, vom Endkampf im Buch­handel. Ein gigantischer Kampf ist es zweifellos. Auf der einen Seite der Internet-Grosshändler Amazon, Jahresumsatz 75 Milliarden Dollar, mit einer Produktpalette, die ausser Büchern auch Filme, Musik, Haushaltsgeräte und Lebensmittel umfasst. In den USA läuft fast jedes zweite verkaufte Buch über Amazon, in Europa jedes fünfte. Auf der anderen Seite zwei auch nicht gerade zwergenhafte Verlagsgruppen: Hachette in den USA und in Deutschland die Verlage Ullstein, Piper, Carlsen, die zum schwedischen Bonnier-Konzern gehören. Wenn Verlage und Buchhändler – und Amazon ist ein Buchhändler, so schief dieser altehrwürdige Begriff hier klingt – streiten, dann gehts um Rabatte, um den jeweiligen Anteil am Kuchen des Buchgeschäfts. Ergattert der eine mehr, bleibt für den anderen weniger.

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