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«Man sprach über Zyankali wie über Rotwein»

Tausende Deutsche brachten sich zu Ende des Zweiten Weltkriegs um. Autor und Historiker Florian Huber über seine Recherchen zum Buch und die Propaganda-Lüge von Hitlers Tod «im Kampf».

Ins Herz des Dritten Reiches: Ein britischer Kommandotrupp überquert im März 1945 den Rhein.
Ins Herz des Dritten Reiches: Ein britischer Kommandotrupp überquert im März 1945 den Rhein.
Keystone
Kapitulation: Ein deutscher Vikar stellt sich den Alliierten. Er war im Mai 1945 noch aufgeboten worden.
Kapitulation: Ein deutscher Vikar stellt sich den Alliierten. Er war im Mai 1945 noch aufgeboten worden.
Keystone
Horrorgift: Screenshot aus dem Film «Cyankali» (1930).
Horrorgift: Screenshot aus dem Film «Cyankali» (1930).
Keystone
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Als der Zweite Weltkrieg zu Ende ging, begingen Deutsche massenhaft Suizid. Warum? Die Angst vor Rache, zumal seitens der Sowjets, war gross und keineswegs unbegründet. Die Berichte von Front-Rückkehrern und Flüchtlingen liessen die Deutschen ahnen, was sie nun erwartete. Die jahrelange Angstpropaganda steigerte diese Furcht vor den angeblichen «russischen Untermenschen» ins Panische. Weltherrschaft oder Weltuntergang, das waren laut offizieller Doktrin die einzigen Optionen, die die Deutschen hatten. Hitler machte früh klar, dass er eine Niederlage nicht überleben wollte. Anfang 1945 war eindeutig, welche der beiden Optionen übrig geblieben war. Und drittens war da durchaus bereits ein Unrechtsbewusstsein vorhanden. Vielen war bewusst, dass sie in den letzten 12 Jahren an einem monströsen Verbrechen teilgenommen hatten.

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